Why das Model Y?

Lässig und ohne Musik betritt Elon Musk die Bühne in Teslas Designstudio. Bevor er das Model Y vorstellt, erzählt er die Geschichte der erst elfjährigen Automarke. Vom handgefertigten Roadster über die Großserienautos S, 3 und X bis zu den Prototypen der kommenden Zugmaschine Semi Truck und des neuen Roadsters. Tesla hat inzwischen über eine halbe Million Elektroautos ausgeliefert. In einem Jahr, so der Plan, soll die Zahl von einer Million überschritten sein. Musk ist in der Wirklichkeit der Massenproduktion angekommen. Um den Hochlauf fortzusetzen, braucht er jetzt das Model Y. Von Gitarrenriffs begleitet parkt das kompakte SUV rechts neben den aktuellen Teslas ein. Jeder soll die Botschaft verstehen: S3XY.

Das Model Y startet ab Herbst 2020 in den USA. In der Vergangenheit hat es ungefähr ein halbes Jahr Verzögerung bis zur ersten Zulassung in Deutschland gegeben. Tesla bezeichnet das Model Y als Midsize-SUV. Der Karosserieform nach ist es eher ein Crossover, das mit dem BMW X4 konkurriert. Und so, wie das riesige Model X wie ein aufgeblasenes Model S aussieht, ähnelt das Model Y dem Model 3. Hochbeiniger und mit Stoßleisten an den Radläufen.

Die Reichweite soll zwischen 230 und 300 Meilen liegen, also zwischen 370 und 483 Kilometern nach dem US-amerikanischen EPA-Zyklus. Der deutsche Konfigurator zeigt die WLTP-Werte an: 480 bis 540 km, wobei die Standardversion noch nicht einsehbar ist. Diese hat immer Heckantrieb, die Long Range-Variante ist optional mit Allradantrieb erhältlich, und das Model Y Performance (3,7 Sekunden bis 100 km/h) hat „Dual Drive“. Der zweite Elektromotor ist ein Pflichtextra für alle, die Wert darauf legen, auch bei Nässe die Kraft auf die Straße zu kriegen.

Dritte Sitzreihe in Fahrtrichtung, Panoramadach serienmäßig

Das Model Y hat serienmäßig ein Panoramadach. Das maximale Kofferraumvolumen beträgt 1,9 Kubikmeter, und es gibt gegen 3.100 Euro Aufpreis eine dritte Sitzbank in Fahrtrichtung für zwei kleine Personen. Tesla nennt außerdem einen Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,23. Das ist extrem niedrig. Und wie immer bei SUVs wird die wegen der größeren Höhe gewachsene Stirnfläche einen Teil dieses Effizienzvorteils zu Nichte machen. Der weltweite Nachfrage-Boom nach SUVs ist trotzdem ungebrochen.

Die Preisspanne in den USA beginnt bei 39.000 Dollar für die Standardversion (ab Frühjahr 2021) und endet bei 60.000 Dollar für das Model Y Performance. Auch der deutsche Konfigurator ist bereits eröffnet, allerdings nur für die Long Range Version (ab 55.000 Euro), Long Range Dual Drive (ab 59.000 Euro) sowie Performance (67.000 Euro). Der Basispreis dürfte bei rund 43.000 Euro liegen, weil sich auf die US-Kurse rund 25 Prozent für Mehrwertsteuer, Verschiffung und Zoll addieren. Die Fahrautomatisierungsfunktionen, bei Tesla Autopilot genannt und ein quasi verpflichtendes Extra, kosten in allen Varianten üppige 3.100 Euro mehr.

Das Tesla Model Y kann am internationalen Netzwerk der Supercharger geladen werden. Zum tatsächlichen Markteintritt wird bereits die dritte Generation (V3) des Gleichstrom-Schnellladers aufgebaut. Diese stellt bis zu 250 kW Ladeleistung bereit. Derzeit werden die Supercharger im Bestand verbessert: Die Ladeleistung steigt von 120 auf 145 kW, und es gibt keine Aufteilung mehr, wenn zwei Autos gleichzeitig Strom ziehen.

Wo wird Tesla in zehn Jahren sein? Das fragt Elon Musk zum Ende der kaum halbstündigen Präsentation. Auf dem Mars, antwortet er sich selbst und kichert.

Erschienen am 15. März bei heise Autos.

Bildquelle: Screenshot Tesla

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